Holztisch-Pflege

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Ein massiver Holztisch mit geölter Tischplatte gehört für viele Menschen zu den schönsten Stücken ihrer Einrichtung. Ob rustikaler Landhaustisch, alter Teaktisch oder moderner Esstisch aus Massivholz: Er wird schnell zum Mittelpunkt des familiären und gesellschaftlichen Lebens. Entsprechend oft ist das Holz Rotwein, Sauce, Malkreide, Kugelschreiber und anderen Belastungen ausgesetzt.

Regelmäßige Pflege schützt die Oberfläche und das Material, kann tief eingezogene Flecken, Brandspuren oder deutliche Kratzer jedoch nicht rückgängig machen. Dann kann es notwendig sein, den Tisch gründlicher aufzuarbeiten. Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich ein geölter Massivholztisch so behandeln, dass die Tischplatte wieder gleichmäßig und gepflegt erscheint.

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Vor der Pflege: Wie wurde der Holztisch behandelt?

Bevor Sie mit der Holzpflege beginnen, sollten Sie klären, wie die Oberfläche des Tisches bisher behandelt wurde. Für eine passende Pflege eignen sich die folgenden Schritte vor allem bei geölten oder vollständig abgeschliffenen Massivholzflächen. Lackierte, gewachste oder mit Schellack behandelte Möbel benötigen andere Produkte und Arbeitsschritte.

Bei wertvollen antiken Möbeln ist besondere Vorsicht geboten. Durch starkes Reinigen oder Abschleifen können historische Beschichtungen, Patina und damit auch ein Teil des Wertes verloren gehen. Ist die bisherige Behandlung nicht eindeutig erkennbar, sollte eine Tischlerei oder eine Fachkraft für Möbelrestaurierung das Möbelstück zunächst beurteilen.

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Den Holztisch pflegen und erhalten

Zur regelmäßigen Pflege eines geölten Massivholztisches gehört das Nachölen. Ein geeignetes, aushärtendes Möbel- oder Arbeitsplattenöl zieht in das Holz ein und reagiert dort mit Sauerstoff. Dadurch wird das Material widerstandsfähiger gegen Schmutz und kurzzeitige Feuchtigkeit. Wasserdicht wird der Holztisch dadurch allerdings nicht. Verschüttete Flüssigkeiten sollten weiterhin möglichst rasch aufgenommen werden.

Für die normale Möbelpflege genügt meist ein weiches, leicht angefeuchtetes Tuch. Bei stärkeren Verschmutzungen empfiehlt sich eine für geölte Möbel geeignete Holzseife oder ein vom Hersteller des Pflegeöls empfohlenes Reinigungsmittel. Herkömmliche Schmierseife, scharfe Haushaltsreiniger und Lösemittel können die vorhandene Oberfläche und ihren Schutz beeinträchtigen oder Rückstände hinterlassen.

Reicht die regelmäßige Pflege nicht mehr aus, umfasst die Holzpflege mehrere Arbeitsschritte. Gehen Sie am besten in dieser Reihenfolge vor:

  • Art und Zustand der bisherigen Behandlung prüfen.
  • Den Holztisch gründlich, aber materialschonend reinigen.
  • Flecken und kleine Beschädigungen soweit möglich behandeln.
  • Die Tischplatte bei Bedarf gleichmäßig abschleifen.
  • Den gewünschten Farbton mit einer geeigneten Beize wiederherstellen.
  • Passendes Möbel- oder Arbeitsplattenöl dünn auftragen.
  • Überschüssiges Öl rechtzeitig abnehmen und das Holz trocknen lassen.
  • Den Holztisch nach vollständiger Aushärtung mit einem sauberen Tuch nachpolieren.

Wann muss ein Holztisch abgeschliffen werden?

Ein vollständiger Schliff ist nur erforderlich, wenn die Oberfläche stark abgenutzt, fleckig oder beschädigt ist. Wirkt das Holz lediglich trocken oder etwas stumpf, können eine gründliche Reinigung, etwas Pflege und ein dünner Auftrag des passenden Pflegeöls bereits ausreichen.

Abschleifen
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Umfassend abschleifen lässt sich vor allem ein Holztisch aus Massivholz. Furnierte Flächen besitzen dagegen nur eine dünne Echtholzschicht, die schnell durchgeschliffen werden kann. Ein leichtes Anschleifen kann je nach Furnierstärke und Zustand möglich sein, sollte aber sehr vorsichtig erfolgen. Bei Unsicherheit ist professionelle Unterstützung die sicherere Lösung.

Schleifen Sie nicht nur punktuell auf einer beschädigten Stelle. Dabei kann eine Vertiefung entstehen, die später im Streiflicht deutlich sichtbar bleibt. Zudem unterscheiden sich frisch geschliffene Bereiche oft farblich vom gealterten Holz. Besonders bei nachgedunkelten Holzarten wie Kiefer ist es daher meist sinnvoll, die gesamte Tischplatte gleichmäßig zu bearbeiten.

Beschädigungen im Holz behandeln

Kleine Dellen vorsichtig anheben

Ist das Holz lediglich eingedrückt und sind keine Fasern herausgebrochen, lässt sich eine kleine Delle unter Umständen mit Feuchtigkeit und Wärme reduzieren. Diese Methode funktioniert am besten auf freiliegendem Massivholz, beispielsweise nachdem die frühere Behandlung entfernt wurde.

Feuchten Sie die Stelle sparsam an und legen Sie ein sauberes Baumwolltuch darüber. Erwärmen Sie den Bereich anschließend für wenige Sekunden mit einem Bügeleisen. Der entstehende Wasserdampf kann die zusammengedrückten Holzfasern aufrichten. Wiederholen Sie den Vorgang bei Bedarf vorsichtig und lassen Sie das Holz danach vollständig trocknen.

Bei furnierten Flächen, Leimfugen und hitzeempfindlichen Beschichtungen ist diese Methode ungeeignet oder zumindest riskant. Auch herausgebrochene Fasern und tiefe Kerben lassen sich auf diese Weise nicht beseitigen.

Kratzer und Fehlstellen ausbessern

Oberflächliche Kratzer verschwinden oft bereits beim gleichmäßigen Schleifen. Für tiefere Schäden kann eine farblich passende Reparaturmasse verwendet werden, die sich mit der anschließenden Holzpflege verträgt. Auch bei dieser Pflege kommt es auf die Herstellerangaben an. Beachten Sie außerdem, dass ausgebesserte Stellen Beize und Öl möglicherweise anders aufnehmen als das umgebende Holz. Testen Sie das Ergebnis deshalb möglichst an einer verdeckten Stelle oder einem vergleichbaren Holzrest. Lesen Sie in unserem Ratgeber „Kratzer auf Holztisch entfernen“, wie sich einzelne Kratzer gezielt behandeln lassen.

Wachs sollte nicht vor dem erneuten Ölen eingesetzt werden. Es verschließt die betroffene Stelle und kann verhindern, dass das Öl gleichmäßig einzieht. Reparaturwachs eignet sich eher für punktuelle Korrekturen an einem bereits fertig behandelten Möbelstück.

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Die gesamte Tischplatte behandeln

Für eine gründliche Pflege führen die folgenden Arbeitsschritte von der abgenutzten Tischplatte bis zur neuen Ölbehandlung.

Schritt 1: Den Holztisch abschleifen

Bei deutlichen Beschädigungen oder einer vollständig zu entfernenden Altbeschichtung können Sie mit einer Körnung von 80 oder 100 beginnen. Ist das Holz nur mäßig beansprucht, reicht oft eine feinere Ausgangskörnung von etwa 120.

Arbeiten Sie anschließend schrittweise weiter, beispielsweise mit Körnung 120, 150 und abschließend 180. Überspringen Sie möglichst keine großen Körnungsschritte, da die Spuren des vorherigen Schleifgangs sonst sichtbar bleiben können. Kanten und schmale Seitenflächen lassen sich kontrolliert mit einem Schleifklotz bearbeiten.

Schleifen Sie gleichmäßig und ohne starken Druck. Bei der abschließenden Bearbeitung sollte die Schleifrichtung der Holzmaserung folgen. Achten Sie außerdem auf eine gute Staubabsaugung, ausreichende Lüftung und einen geeigneten Atemschutz. Arbeiten im Freien sind möglich, sofern der Tisch vor direkter Sonne, Feuchtigkeit und aufgewirbeltem Schmutz geschützt ist.

Bei wertvollen Möbeln, dünnen Tischplatten oder tiefen Brandstellen sollte eine Tischlerei übernehmen. Zu starkes Schleifen kann die Form, Materialstärke oder historische Ausstrahlung des Möbelstücks dauerhaft verändern.

Schritt 2: Das Holz vorbereiten

Entfernen Sie den Schleifstaub sorgfältig mit einem Staubsauger und einem sauberen, fusselfreien Tuch. Staubreste würden sich beim Ölen auf der Oberfläche festsetzen und die Tischplatte rau oder ungleichmäßig wirken lassen.

Das früher oft empfohlene vollständige Einsprühen mit Wasser ist nicht bei jeder Möbelpflege notwendig. Ein leichtes Anfeuchten kann sinnvoll sein, wenn sich vor dem letzten Feinschliff lose Holzfasern aufstellen sollen oder eine wasserbasierte Beize verwendet wird. Das Material muss anschließend vollständig trocknen, bevor es erneut fein geschliffen oder geölt wird. Entscheidend sind die Verarbeitungshinweise der verwendeten Produkte.

Gründerzeit Tisch Massivholz - antikbraunSchritt 3: Den Farbton wiederherstellen

War der Holztisch zuvor gebeizt, kann der Farbton nach dem Abschleifen erneut aufgebaut werden. Beize färbt das Holz, bietet allein aber keinen ausreichenden Schutz für eine beanspruchte Tischplatte.

Helles Holz lässt sich vergleichsweise einfach dunkler beizen. Einen dunklen Farbton wieder deutlich aufzuhellen, ist dagegen wesentlich schwieriger und oft nur durch gründliches Abschleifen möglich. Testen Sie die Beize deshalb zunächst an einer verdeckten Stelle oder einem Holzrest.

Wenn Sie auf die Beize verzichten und den natürlichen Holzton erhalten möchten, sollten sichtbare Tischbeine, Zargen und andere Bauteile farblich zur überarbeiteten Platte passen. Verwenden Sie außerdem nur Beize und Öl, die laut Hersteller miteinander kombiniert werden können. Die Beize muss vollständig getrocknet sein. Erst danach beginnt die weitere Holzpflege mit dem Ölen; für eine gleichmäßige Pflege dürfen keine feuchten Bereiche zurückbleiben.

Schritt 4: Den Holztisch richtig ölen

Verwenden Sie ein geeignetes Möbelöl, das ausdrücklich für Möbel oder stark beanspruchte Tisch- und Arbeitsplatten vorgesehen ist. Solche Produkte können beispielsweise auf Leinöl, Tungöl oder geeigneten Ölmischungen basieren. Wird der Holztisch regelmäßig mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, sollten Sie zusätzlich auf die entsprechende Produkteignung achten. Lesen Sie in unserem Ratgeber „Holzöl oder Wachs?“, welche Behandlung sich für welches Möbelstück eignet.

Gewöhnliche Speiseöle aus der Küche sind keine geeignete Alternative. Viele dieser Öle härten auf dem Holz nicht zuverlässig aus, können klebrige Rückstände bilden und mit der Zeit unangenehm riechen.

Rühren Sie das Produkt gut auf und tragen Sie es mit einem geeigneten Pinsel, Pad oder fusselfreien Baumwolltuch dünn auf. Lassen Sie das Öl nur so lange einziehen, wie es der Hersteller vorgibt. Anschließend muss der gesamte Überschuss gründlich abgenommen werden, bevor er antrocknet. Auf der Oberfläche darf kein nasser oder klebriger Ölfilm zurückbleiben.

Holztisch mit einem geeigneten Möbelöl behandeln
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Ob eine oder mehrere Behandlungen erforderlich sind, hängt vom verwendeten Produkt und der Saugfähigkeit des Holzes ab. Eine weitere Schicht darf erst nach der vorgeschriebenen Trockenzeit aufgetragen werden. Behandeln Sie den Holztisch daher nicht pauschal so lange, bis er kein Öl mehr aufnimmt, sondern halten Sie sich an die jeweilige Verarbeitungsanleitung.

Nach dem letzten Auftrag benötigt das Holz Zeit zum Aushärten. Auch wenn es sich bereits trocken anfühlt, sollte der Tisch während der angegebenen Aushärtungszeit vor Wasser, Hitze, Abdeckungen und starker Beanspruchung geschützt werden.

Achtung: Ölgetränkte Lappen können sich selbst entzünden

Mit aushärtenden Ölen getränkte Tücher, Schwämme, Pads und selbst ölhaltiger Schleifstaub können sich durch die bei der Trocknung entstehende Wärme selbst entzünden. Legen Sie die Arbeitsmaterialien deshalb niemals zusammengeknüllt beiseite oder direkt in den Abfall.

Breiten Sie die Tücher einzeln im Freien auf einem nicht brennbaren Untergrund zum Trocknen aus. Alternativ können sie bis zur fachgerechten Entsorgung vollständig unter Wasser oder luftdicht in einem geeigneten Metallbehälter aufbewahrt werden. Beachten Sie dabei stets die Sicherheits- und Entsorgungshinweise auf dem verwendeten Produkt. Allein das Waschen der Tücher beseitigt das Risiko nicht in jedem Fall zuverlässig.

Den Holztisch nach dem Ölen polieren

Nach vollständiger Trocknung beziehungsweise Aushärtung können Sie den Holztisch mit einem sauberen, weichen Baumwolltuch nachpolieren. Dadurch wird der Glanzgrad gleichmäßiger und die natürliche Maserung kommt besser zur Geltung.

Porzellanerde, Bimsmehl oder andere Polierpulver sind für die normale Pflege eines geölten Esstisches nicht erforderlich. Zur üblichen Möbelpflege genügt ein sauberes, weiches Tuch. Poliermittel können den Glanzgrad verändern oder sich in Poren und Vertiefungen ablagern. Verwenden Sie solche Mittel nur innerhalb eines darauf abgestimmten professionellen Systems.

Regelmäßige Holzpflege erhält den Charakter des Holztisches

Die vollständige Aufarbeitung eines Massivholztisches braucht Zeit und Sorgfalt. Dafür lässt sich ein stark beanspruchter Holztisch oft deutlich verbessern, ohne ihn ersetzen zu müssen.

Für die anschließende Möbelpflege genügt es, Flüssigkeiten zeitnah aufzunehmen, heiße Gegenstände nicht direkt auf das Holz zu stellen und den Tisch mit geeigneten Produkten zu reinigen. Ein erneuter Ölauftrag ist sinnvoll, wenn das Holz stumpf oder trocken wirkt, sich rau anfühlt oder Feuchtigkeit schneller aufnimmt. Ein fester Pflegeintervall ist dagegen wenig hilfreich, da Beanspruchung, Holzart und Pflegeprodukt darüber entscheiden, wann die nächste Behandlung notwendig wird.

So behält der Holztisch über viele Jahre seine gepflegte Ausstrahlung und den besonderen Charakter, der Massivholzmöbel auszeichnet.