« Ratgeber zu Typen, Maßen und Materialien »
Ein Sessel ist selten eine reine Zweckentscheidung. Er ist der Ort, an den Sie sich am Ende des Tages zurückziehen – allein oder zu zweit, mit Buch oder ohne. Ob Ohrensessel für die Leseecke, Chesterfield fürs Wohnzimmer oder kompakter Cocktailsessel für die kleine Wohnung: Die Auswahl ist groß, und die Unterschiede gehen weit über die Optik hinaus. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, worauf es beim Kauf wirklich ankommt, welche Maße, Materialien und Typen es gibt, wo die Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten liegen – und welche Modelle aus dem Wohnpalast-Sortiment zu welchem Bedürfnis passen.
Worauf kommt es beim Sessel-Kauf an?
Wer einen Sessel kauft, trifft eine Entscheidung, die mehrere Jahre – bei hochwertigen Modellen auch mehrere Jahrzehnte – halten soll. Fünf Punkte lohnen daher einen ehrlichen Blick, bevor Sie sich auf ein Modell festlegen.
Die erste Frage lautet: Wofür wird das Möbelstück tatsächlich genutzt? Lesen, fernsehen, Musik hören, Gäste empfangen, konzentriert arbeiten, einfach ankommen? Ein Modell für lange Lesestunden braucht eine hohe Rückenlehne, gute Nackenstütze und eine nicht zu weiche Polsterung. Ein Sessel mit repräsentativem Charakter fürs Wohnzimmer darf anders aussehen als eines, in dem Sie jeden Abend zwei Stunden zubringen. Und ein Homeoffice-Sessel muss flexibel drehbar sein, damit er zwischen Schreibtisch, Fenster und Regal vermittelt.
Die zweite Frage betrifft den Raum. Wie viel Stellfläche ist realistisch verfügbar, und wie fügt sich das Modell in die übrige Einrichtung ein? Ein Chesterfield braucht um sich herum Luft, ein Cocktailsessel verträgt enge Nachbarschaft. Wer die Maße und den Grundriss im Kopf nicht zusammenbringt, kauft oft ein Möbelstück, das in der Praxis zu wuchtig oder zu zierlich wirkt.
Punkt drei ist das Material. Echtleder hat andere Ansprüche als Samt, Microfaser andere als Kunstleder. Haushalte mit Kindern oder Haustieren profitieren von wischbaren, strapazierfähigen Bezügen. Wer bereit ist, Pflege in den Alltag einzubauen, kann zu empfindlicheren Stoffen greifen. Punkt vier ist der Stil: Ein Industrialmodell wirkt im Landhaus-Wohnzimmer deplatziert, ein Chesterfield in minimalistischem Umfeld kann hingegen ein bewusster und gelungener Bruch sein. Und Punkt fünf ist das Budget im Verhältnis zur Lebensdauer. Ein Echtleder-Chesterfield kostet das Vielfache eines Samt-Cocktailsessels, begleitet seine Besitzer aber häufig ein Leben lang. Auf die Jahre gerechnet relativiert sich der Preisunterschied oft.
Welche Sessel-Maße sind beim Kauf entscheidend?
Sessel wirken auf Produktfotos regelmäßig kompakter, als sie im Raum tatsächlich sind. Sechs Maße gehören daher zu jeder Kaufentscheidung: Gesamthöhe, Breite und Tiefe definieren den Platzbedarf, Sitzhöhe, Sitzbreite und Sitztiefe den Komfort. Dazu kommt das Gewicht, das darüber entscheidet, wie beweglich ein Sessel im Alltag bleibt.
Welche Sitzhöhe und Sitztiefe sind die richtigen?
Die bequeme Sitzhöhe für die meisten Erwachsenen liegt zwischen 43 und 47 Zentimetern. Wer größer als 1,85 Meter ist oder häufig aufsteht, profitiert von 50 Zentimetern und mehr – das Aufstehen fällt spürbar leichter. Bei 40 Zentimetern und darunter sitzt man deutlich tiefer, was zum Lesen gemütlich, für lange Arbeitsphasen aber ungünstig ist. Die Sitztiefe liegt typischerweise bei 45 bis 55 Zentimetern. Tiefere Sitzflächen laden zum Zurücklehnen ein, funktionieren aber nur, wenn die Rückenlehne hoch genug ist, um den Rücken zu stützen. Eine Faustregel: Wer mit angelehntem Rücken die Füße bequem auf den Boden stellen kann, hat die richtige Kombination aus Sitzhöhe und Sitztiefe gefunden.
Welche Sitzbreite ist ausreichend?
50 bis 60 Zentimeter Sitzbreite reichen für einen klassischen Einzelsitz. Ab 70 Zentimetern wird es großzügig, und für zwei Personen oder das entspannte Hochziehen der Beine beginnt die Spanne bei etwa 100 Zentimetern. Wichtig: Die Außenbreite eines Polstermöbels ist nicht gleich die nutzbare Sitzbreite. Armlehnen nehmen auf jeder Seite 10 bis 15 Zentimeter weg – ein Modell mit 80 Zentimetern Außenbreite bietet also oft nur 50 bis 55 Zentimeter echte Sitzfläche.
Wie viel Platz braucht ein Sessel im Raum?
Neben den Abmessungen selbst sollten Sie mindestens 60 bis 80 Zentimeter Bewegungsraum einplanen – vorn zum Aufstehen, an mindestens einer Seite als Zugang. Bei Drehsesseln erhöht sich der Platzbedarf: Ein 360°-Modell mit 85 Zentimetern Durchmesser braucht einen Bewegungskreis von gut einem Meter. Für eine klassische Leseecke mit Sessel, Beistelltisch und Stehleuchte rechnen Sie mit etwa 1,5 × 1,5 Metern Grundfläche.
Wie viel wiegt ein Sessel?
Das Gewicht eines Sessels reicht von rund 10 Kilogramm bei kompakten Cocktailsesseln bis zu über 45 Kilogramm bei vollgepolsterten Chesterfield-Modellen aus Echtleder. Leichte Exemplare unter 20 Kilogramm lassen sich allein umstellen, alles darüber wird zur Zwei-Personen-Aufgabe. Wer plant, ein Polstermöbel regelmäßig zu verschieben – etwa zum Saugen oder für wechselnde Raumkonzepte – sollte das Gewicht mit in die Kaufentscheidung einbeziehen. Drehsessel mit Metallgestell liegen typischerweise im mittleren Bereich zwischen 15 und 25 Kilogramm.
Die folgende Übersicht zeigt typische Maße aus dem aktuellen Wohnpalast-Sortiment. Die Spannen sind Richtwerte, keine Festgrößen – jedes Modell weicht leicht ab.
| Typ | Höhe | Breite | Tiefe | Sitzhöhe | Sitztiefe | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ohrensessel | ca. 95 cm | ca. 81 cm | ca. 87 cm | ca. 43 cm | ca. 54 cm | ca. 25 kg |
| Lounge-Sessel | 79–83 cm | 70–77 cm | 65–80 cm | 44–51 cm | 49–60 cm | 14–24 kg |
| Chesterfield | ca. 74 cm | ca. 102 cm | ca. 84 cm | ca. 45 cm | – | ca. 46 kg |
| Cocktailsessel | ca. 72 cm | ca. 69 cm | ca. 66 cm | ca. 43 cm | – | geringer |
| Drehsessel | 75–95 cm | 70–84 cm | 66–100 cm | 44–49 cm | 54–56 cm | 15–22 kg |
| Industrial-Sessel | 78–86 cm | 73–87 cm | 55–74 cm | 45–47 cm | 50–54 cm | 11–20 kg |
Welche Sessel-Typen gibt es – und welche Vor- und Nachteile haben sie?
Sechs Grundtypen decken den Großteil aller Sitzbedürfnisse ab. Jeder hat seine eigene Geschichte, seine typischen Merkmale und klare Stärken wie Schwächen.
Welche Vorteile hat der Ohrensessel?
Der Ohrensessel, auch Lesesessel genannt, ist der Rückzugsort schlechthin. Seine hohe, seitlich ausgestellte Rückenlehne schirmt gegen Zugluft und Blicke ab. Historisch stammt er aus dem 17. Jahrhundert, als die „Ohren“ das Knacken im offenen Kamin vom Nacken fernhielten. Seine Vorteile: Er stützt Kopf und Nacken ausgezeichnet, eignet sich für stundenlanges Lesen, wirkt repräsentativ und schafft durch die hohe Rückenform ein abgeschirmteres Sitzgefühl. Seine Nachteile: Er braucht Platz – meist mindestens 85 Zentimeter in Breite und Tiefe – und wirkt in kleinen Räumen schnell wuchtig. Auch optisch ist er ein Statement, das nicht jedem Einrichtungsstil guttut. Passende Modelle finden Sie in der Kategorie Lesesessel.

Wofür eignet sich ein Lounge-Sessel?
Der Lounge-Sessel ist das offenere Gegenstück zum Ohrensessel: niedriger, breiter, oft mit leicht nach hinten geneigter Sitzfläche. Er lädt zum Zurücklehnen ein, ohne zu umschließen. Die Vorteile liegen in der Kombinierbarkeit – er passt zu modernen ebenso wie zu klassischen Einrichtungen – und in der entspannteren Haltung, die er unterstützt. Seine Nachteile: Er bietet weniger Nackenstütze als ein Ohrensessel und ist damit für stundenlanges Lesen eher zweite Wahl. Wer fernsehen oder Gäste empfangen will, sitzt hier genau richtig. Die Auswahl im Sortiment finden Sie unter Lounge Sessel.
Was macht einen Chesterfield zur Investition?
Der Chesterfield ist die englische Großbürgerlichkeit in Möbelform: tiefe Knopfheftung, geschwungene Armlehnen auf Sitzhöhe, klassisch in dunklem Echtleder. Seine Vorteile sind Zeitlosigkeit, hohe Langlebigkeit und die Eigenschaft, mit den Jahren Patina anzusetzen und schöner zu werden. Ein guter Chesterfield aus Echtleder begleitet seinen Besitzer oft ein ganzes Leben. Die Nachteile: Er ist teurer als andere Varianten, schwer – häufig deutlich über 40 Kilogramm – und damit kaum verschiebbar. Sein dominanter Stil braucht einen Raum, der ihn aushält. In minimalistischen Interieurs wirkt er entweder als bewusster Bruch oder als Fremdkörper. Modelle zum Vergleichen gibt es unter Chesterfield Sessel.
Wann lohnt sich ein Cocktailsessel?
Der Cocktailsessel entstand in den 1950er-Jahren für die Hotellobbys und Bars der Nachkriegszeit. Kompakt, niedrig, oft mit runden Formen und schmalen Beinen, ist er heute der ideale Stilakzent für Stadtwohnungen mit wenig Fläche. Seine Vorteile: geringer Platzbedarf (oft unter 70 Zentimetern Breite), bezahlbarer Einstiegspreis, hohe Wirkung als gestalterischer Solitär. Seine Nachteile: Er ist keine Wahl für lange Sitzphasen. Niedrige Rückenlehne und kompakter Zuschnitt schenken wenig Stütze, sodass man nach einer Stunde Lesen oft die Position sucht. Für das Schlaf- oder Gästezimmer, als zweites Sitzmöbel neben dem Sofa oder als Akzent im Flur funktioniert er hervorragend. Aktuelle Modelle finden Sie unter Cocktailsessel.
Wann sind Drehsessel sinnvoll?
Der Drehsessel ist die flexibelste Variante: 180° oder 360° drehbar, meist auf schwarzem Metallgestell, geeignet für Esstisch, Wohnzimmer und Homeoffice gleichermaßen. Seine Vorteile: Er passt sich wechselnden Situationen an, kann – je nach Sitzhöhe und Bauform – das Hinsetzen und Aufstehen erleichtern und wirkt modern, ohne modisch zu sein. Die Nachteile: Die Drehmechanik kann über die Jahre Verschleiß zeigen, und klassische Wohnstile tun sich mit dem eher funktionalen Charakter mitunter schwer. In offenen Wohnlandschaften, wo ein Modell mal zum Fenster, mal zum Esstisch, mal zum Fernseher orientiert werden muss, ist er dennoch kaum zu schlagen.
Passt ein Industrial-Sessel in mein Wohnzimmer?
Industrial-Sessel haben einen sehr eigenen Charakter. Metallrahmen, robustes Leder, Microfaser oder Samt, meist mit klarer Vintage-Anmutung. Die Vorteile: Sie sind ausgesprochen robust, wirken markant und bringen Charakter in Räume, die sonst gleichförmig würden. Die Nachteile: Der Look polarisiert, und das sichtbare Metallgestell kann in warm eingerichteten Räumen kühl wirken. In Lofts, Altbauwohnungen mit hohen Decken und in der Gastronomie sind sie zu Hause. Als Kontrapunkt in einem ansonsten klassischen Wohnzimmer entfalten sie eine besondere Spannung.
Welche Polstermaterialien und Gestelle eignen sich – und wo liegen die Vor- und Nachteile?
Der Bezug entscheidet über Haptik, Pflegeaufwand und Langlebigkeit. Vier Materialgruppen prägen das Marktgeschehen, dazu kommen Metall- oder Holzgestelle, die den Charakter des Möbels mitbestimmen.

Welche Vor- und Nachteile hat Echtleder?
Echtleder ist die hochwertigste Variante. Seine Vorteile: Es ist praktisch unverwüstlich, entwickelt mit den Jahren Patina, wird weicher und charaktervoller, lässt sich mit einem feuchten Tuch unkompliziert reinigen. Büffelleder zeigt sich besonders robust und verzeiht Kratzer – kleinere Spuren werden oft zum gewollten Teil des Looks. Die Nachteile: Echtleder ist die teuerste Bezugsart, mag keine direkte Sonneneinstrahlung – es bleicht aus – und auch keine dauerhaft trockene Heizungsluft, weil das Material dann spröde wird. Ein- bis zweimal im Jahr sollten Sie es mit Lederpflege einreiben, um die Geschmeidigkeit zu erhalten.
Wann ist Kunstleder die bessere Wahl?
Kunstleder ist die pragmatische Alternative. Optisch kaum von Echtleder zu unterscheiden, deutlich günstiger in der Anschaffung, wischbar und unempfindlich gegenüber Haustieren. Seine Nachteile: Bei intensiver Nutzung altert Kunstleder meist schneller als Echtleder und kann mit der Zeit Verschleißspuren zeigen. Echte Patina entwickelt es zudem nicht. Für Haushalte mit Kindern oder Haustieren, in denen ein Polstermöbel realistisch beansprucht wird, ist es dennoch eine sehr sinnvolle Option.
Was spricht für und gegen Samt?
Samt ist der Bezugstoff der Stunde. Er wirkt luxuriös, fühlt sich warm an und hat eine außergewöhnliche Farbtiefe – besonders in satten Grün-, Rot- und Blautönen. Die Vorteile: optische Präsenz, angenehme Haptik, verhältnismäßig günstiger Preis. Die Nachteile: Samt ist empfindlicher gegenüber Flecken als glattere Stoffe. Staub und Tierhaare fallen auf der Oberfläche meist schneller auf, und regelmäßige Pflege mit der Polsterbürste gehört zum Alltag. Für die Leseecke oder das repräsentative Wohnzimmer eine sehr gute Wahl – als Alltagsmöbel mit Kindern und Hund eher nicht.
Wie bewähren sich Microfaser und strapazierfähige Stoffe?
Microfaser und robuste Mischgewebe sind die Arbeitstiere unter den Bezügen. Ihre Vorteile: pflegeleicht, feucht abwischbar, strapazierfähig, unempfindlich gegenüber Tierhaaren, meist preislich im mittleren Segment. Die Nachteile: Sie wirken optisch weniger prägnant als Leder oder Samt und können bei günstigen Qualitäten nach Jahren fusselig wirken. Für Haushalte, in denen ein Polstermöbel täglich stark genutzt wird, ist Microfaser oft die vernünftigste Wahl.
Metall- oder Holzgestell – was passt besser?
Das Gestell prägt den Charakter eines Sessels erheblich. Metallgestelle – meist schwarz pulverbeschichtet – wirken reduziert, modern und industrial-nah. Sie sind sehr stabil, wirken aber kühler und passen vorwiegend zu zeitgenössischen Einrichtungen. Holzgestelle, etwa aus Eiche, bringen Wärme ins Möbel, verbinden es mit anderen Massivholzmöbeln im Raum und passen zu Landhaus- wie zu Skandi-Einrichtungen. Ein Blick auf das Gestell lohnt vor der Kaufentscheidung, weil es entweder unauffällig bleibt oder zu einem eigenständigen Gestaltungselement wird.
Welche Sessel überzeugen im Vergleich? Sechs Modelle im Überblick
Die folgende Auswahl deckt das Spektrum vom kompakten Stilakzent bis zum Echtleder-Klassiker ab. Sortiert nach Preis – vom günstigen Einstieg bis zum hochwertigen Langzeitstück.
Lounge Sessel Samt hellgrau – der kompakte Stilakzent
Ein Cocktailsessel im klassischen 1950er-Format mit Samtbezug und schwarzen Metallbeinen. Seine Maße: 72 × 69 × 66 Zentimeter. Vorteile: geringer Platzbedarf, ausdrucksstarker Look, mit unter 150 Euro das günstigste Modell in dieser Auswahl. Nachteile: kein Platz für lange Leseabende, Samt braucht etwas Aufmerksamkeit. Ideal für: kleine Wohnungen, als Stilakzent neben dem Sofa, fürs Gäste- oder Schlafzimmer.
Villa – der Charakterkopf mit Industrial-Handschrift
Industrielle Interpretation mit raffiniertem Stickereimuster auf Stoffbezug, Stahlbasis, großzügig geschnitten (86 × 87 × 65 Zentimeter), Sitzhöhe 47 Zentimeter, Sitzbreite im Sitzbereich 54 Zentimeter. Vorteile: markante Optik, sehr stabil, gute Alltagstauglichkeit durch den robusten Bezug. Nachteile: Der starke Look braucht einen Raum, der ihn tragen kann. Ideal für: Loft-Wohnungen, moderne Wohnzimmer mit Stilmix, als Solitär in sonst zurückhaltend eingerichteten Räumen.
Tropea – der flexible Drehsessel
180° drehbar, schwarzes Metallgestell, robuster Stoffbezug. Maße 95 × 84 × 82 Zentimeter, Sitzhöhe 45 Zentimeter, Sitztiefe 54 Zentimeter. Vorteile: hohe Flexibilität durch Drehfunktion, moderner Zuschnitt, alltagstauglicher Bezug. Nachteile: nimmt im Raum mehr Bewegungskreis ein als statische Modelle. Ideal für: Homeoffice, offene Wohnräume, Haushalte, in denen das Polstermöbel häufig die Richtung wechselt.
Bomba – der moderne Ohrensessel
Eine zeitgemäße Interpretation des klassischen Ohrensessels: hohe Rückenlehne (95 Zentimeter Gesamthöhe), umschließende Form, robuster Stoffbezug auf Stahlbasis. Maße: 95 × 81 × 87 Zentimeter, Sitzhöhe 43 Zentimeter. Vorteile: hervorragende Nackenstütze, Rückzugscharakter, sehr standfest. Nachteile: Mit 25 Kilogramm das schwerste Modell in dieser Auswahl, schwer umzustellen. Ideal für: Leseecken, Arbeitszimmer, alle, die sich mit Buch und Ruhe zurückziehen wollen.
Caldes Lounge Sessel – der drehbare Allrounder
360° drehbar, moderner Zuschnitt, Stoffbezug. Maße 83,5 × 70 × 66 Zentimeter, Sitzhöhe 51 Zentimeter – etwas höher als der Durchschnitt und damit besonders bequem für größere Menschen. Vorteile: 360°-Drehung, großzügige Sitzfläche, alltagstauglicher Bezug. Nachteile: Der 360°-Kreis braucht entsprechenden Stellabstand. Ideal für: Wohnzimmer-Mittelpunkt, Homeoffice, wechselnde Raumkonzepte.
Chesterfield Lounge Sessel Leder Vintage braun – der Klassiker
Echtleder, englischer Stil, Knopfheftung. Maße 84 × 102 × 74 Zentimeter, Gewicht 46 Kilogramm. Vorteile: höchste Langlebigkeit, Patina-Entwicklung über die Jahre, repräsentativer Auftritt, praktisch unverwüstlich. Nachteile: höchster Preis der Auswahl, hohes Gewicht, dominanter Look. Ideal für: Arbeitszimmer, Kamin-Bereiche, repräsentative Wohnzimmer und alle, die einen Sitzplatz fürs Leben suchen.
Welcher Sessel passt in welchen Raum?
Die Raumfrage ist oft entscheidender als die Stilfrage – denn ein Möbelstück kann noch so schön sein: Wenn es nicht zum Raum passt, wird es nicht genutzt.
Welches Modell eignet sich für die Leseecke?
In der Leseecke zählt Rückzug. Ein Ohrensessel oder eine Variante mit hoher Rückenlehne grenzt den Platz optisch ab und schafft eine eigene kleine Zone im größeren Raum. Kombiniert mit einem schmalen Beistelltisch und einer fokussierten Leseleuchte entsteht ein Ort, der zum Verweilen einlädt. Planen Sie etwa 1,5 × 1,5 Meter Grundfläche ein, 400 Lumen zielgerichtetes Licht von schräg hinten und im besten Fall einen Fußhocker, der das lange Sitzen entlastet. Passende Tische und Lampen vervollständigen den Platz.
Was passt ins Wohnzimmer?
Im Wohnzimmer geht es um Kombinierbarkeit. Ein Lounge- oder Drehsessel ergänzt das Sofa, ohne optisch mit ihm zu konkurrieren. Der Abstand zwischen Sofa und Polstermöbel sollte 40 bis 60 Zentimeter betragen – eng genug für Gespräche, weit genug für Bewegungsfreiheit. Wer einen Stilbruch wagen will, setzt einen Chesterfield oder Industrialsessel als Kontrapunkt. Beide funktionieren in modernen wie klassischen Wohnzimmern, solange der übrige Raum ihnen Luft lässt.
Welche Wahl fürs Schlafzimmer?
Im Schlafzimmer reicht fast immer ein Cocktailsessel. Er nimmt wenig Platz weg, bietet einen Ort zum Ablegen der Kleidung und wirkt weniger wuchtig als größere Formate. Wer regelmäßig im Schlafzimmer liest, sollte allerdings einen kleinen Lesesessel mit höherer Rückenlehne in Betracht ziehen – die zusätzlichen 20 Zentimeter Höhe machen für den Nacken einen spürbaren Unterschied.
Welches Modell für Arbeitszimmer und Homeoffice?
Im Arbeitszimmer ist der Drehsessel die praktische Wahl. Er lässt sich zum Schreibtisch, zum Regal oder zum Fenster orientieren, ohne dass Sie ihn verschieben müssen. Für repräsentativere Arbeitsräume – insbesondere klassisch eingerichtete Homeoffices – kann ein Chesterfield sehr stimmig wirken. Zum Lesen von Unterlagen oder für konzentrierte Gespräche mit Gästen schafft er einen Ort, der die Seriosität des Raums unterstreicht.
Welche Sitzmöbel bewähren sich in der Gastronomie?
In der Gastronomie zählt Robustheit vor allem anderen. Für den Gastro-Einsatz eignen sich Modelle mit strapazierfähigem Bezug und stabiler Konstruktion – idealerweise ausdrücklich für den Objektbereich ausgelegt. Industrialmodelle mit Metallgestell funktionieren hier ebenso wie Drehsessel, die Gästen das Hinsetzen und Aufstehen erleichtern. Wichtig sind pflegeleichte Bezüge – Kunstleder oder dichte Microfaser – und ein Gestell, das sich feucht abwischen lässt. Bei häufiger Umgruppierung der Sitzplätze profitieren Sie zusätzlich von leichteren Varianten unter 20 Kilogramm.

Was am Ende den richtigen Sessel ausmacht
Welches Modell am Ende das richtige wird, hängt nicht vom Preis ab und auch nicht allein vom Stil. Es hängt davon ab, wofür Sie es nutzen wollen, wie viel Platz der Raum hergibt und welches Material zu Ihrem Alltag passt. Wer lesen will, braucht eine hohe Rückenlehne. Wer einen repräsentativen Auftritt sucht, findet ihn im Chesterfield. Wer Fläche sparen muss, fährt mit einem Cocktailsessel gut. Und wer sich nicht festlegen will, greift zum drehbaren Loungesessel, der sich jeder Situation anpasst. Maße, Material und Raumwirkung sauber gegeneinander abzuwägen, kostet im Vorfeld etwas Zeit – erspart Ihnen aber Fehlkäufe und die stille Reue, die sich einstellt, wenn ein neues Möbelstück nach einem halben Jahr nur noch als Ablage dient.
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