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Holz wasserdicht machen

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Damit Holz und die daraus erschaffenen Produkte wie beispielsweise Möbel möglichst langlebig sind, ist es von größter Wichtigkeit, diese richtig zu pflegen. Hierfür sind gewisse Grundkenntnisse der Möbelpflege unabdingbar. Nur dadurch kann gewährleistet werden, dass das Holz wasserdicht ist und dass es sich weder verzieht, noch reißt. Auch im Innenbereich ist es üblich und notwendig, Möbel mit Wachs und anderen Produkten vorzubereiten, um somit einem Wasserschaden des lieb gewonnenen Stückes vorzubeugen.

Es gibt mehrere Arten, um Holz wasserdicht zu bekommen

Es gibt verschiedene Methoden, um das Holzmöbel zu versiegeln und effektiv gegen einen Wasserschaden und andere Einwirkungen von außen zu schützen: Von Holzwachs zu Beize zu Versiegelungen. Jede Methode davon hat ihre spezifischen Charakteristika. Je nachdem, wofür und in welchem Bereich das zu pflegende Objekt eingesetzt wird, sollte eine Methode gewählt werden, da sich beispielsweise nicht jede Art für den Außenbereich eignet. Unterschieden werden drei unterschiedliche Vorgehensweisen: Entweder wird das Holzmöbel mit Öl geschützt, versiegelt, oder als dritte Alternative kann das Material mit Beize wasserdicht gemacht werden. Das Holz zu pflegen durch den Einsatz von einem Wachs bzw. speziellem Holzwachs ist ebenfalls wichtig für ein langlebiges und optisch schönes Ergebnis.

Hart Möbelöl

Methode 1: Holz wasserdicht machen mit Öl

Für die Möbelpflege mit Ölen haben sich Leinöl, Walnuss- und Tungöl durchgesetzt. Während Tungöl etwas teurer ist und deswegen vor allem bei kleinen Flächen verwendet wird, gilt es bei Leinöl aus Baumärkten zu beachten, dass dies nicht mit Lebensmitteln in Berührung kommt. Mit rohem Leinöl aus dem Lebensmittelgeschäft hingegen kann auch die Küchenarbeitsplatte problemlos beschichtet und wasserdicht gemacht werden. Es empfiehlt sich, vor allem bei kleineren Projekten die Möbel mit Öl zu pflegen.

Öl mit Terpentinöl und Apfelessig mischen

Zwar bietet auch schon das Öl einen Schutz und macht wasserdicht, wenn es solitär aufgetragen wird. Die optimale Behandlung erfährt das Holzmöbel jedoch, wenn zusätzlich noch Terpentinöl und Apfelessig zugetan wird. Das Mischungsverhältnis ist dabei sehr einfach: Öl (Leinöl, Walnuss- oder Tungöl) sowie Terpentinöl in gleicher Menge und anschließend die halbe Menge an Apfelessig.

Vorbereitung des Untergrundes

Sollten noch irgendwelche Unregelmäßigkeiten sichtbar sein, gilt es, diese mit Schleifpapier zu beseitigen, bis der Untergrund ebenmäßig erscheint. Wenn das Gröbste erledigt ist, sollte die komplette Oberfläche mit sehr feinem Schmirgelpapier (Körnung 220) bearbeitet werden, damit das Öl von der Fläche optimal absorbiert werden kann. Nachdem der komplette Bereich mit einem trockenen Tuch abgewischt wird, kann das Öl aufgetragen werden.

Vor der Behandlung abschleifen
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Mehrere Ölschichten sind notwendig bis Hölzer wasserdicht sind

Mithilfe eines fusselfreien Lappens kann das Öl nun aufgetragen werden. Wenn die Mischung mit Terpentinöl aufgetragen wird, ist es wichtig, dicke Gummihandschuhe anzuziehen. Das Öl sollte nicht direkt auf den Untergrund, sondern auf den Lappen gegossen werden und dann in Faserrichtung von innen nach außen, gleichmäßig auf dem Holz verteilt werden. Nachdem die Oberfläche 24 Stunden lang ausgehärtet ist, kann sie mit sehr feiner Stahlwolle abgerieben werden. Anschließend das Prozedere nochmals von vorne, da insgesamt entweder zwei oder drei Schichten nötig sind, um das Holz wasserdicht zu machen.

Methode 2: Das Holzmöbel versiegeln und dadurch das Holz wasserdicht machen

Um die Oberfläche ideal zu schützen und zu pflegen eignen sich Holzversiegelungen auf Wasserbasis. In Baumärkten und gängigen Fachgeschäften werden diese auch häufig unter dem Namen Wasserversiegelung und Beizversiegelung verkauft. Sollte das Objekt besonders starken Witterungen ausgesetzt sein, ist eine Versiegelung für Schiffsholz anzuraten. Anders als bei der Behandlung mit Ölen wird für das Auftragen kein Lappen benötigt, sondern entweder eine Farbspritzpistole, oder ein Pinsel.

Versiegeln mit einem Pinsel
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Um das Holzmöbel zu versiegeln und wasserdicht zu machen, müssen einige Punkte beachtet werden

Wichtig ist es, dass die Schicht gleichmäßig aufgetragen wird. Zudem gilt es, die Produkthinweise sorgfältig zu lesen, da insbesondere die richtige Umgebungstemperatur oder Luftfeuchtigkeit von Wichtigkeit sein kann. Idealerweise wird in einer kontrollierten Umgebung wie beispielsweise einer Werkstatt oder Garage gearbeitet, wo keine allzu großen Schwankungen zu erwarten sind. Auch bei dieser Methode gilt: Die Qualität der Versiegelung wird maßgeblich von der Vorarbeit bestimmt. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Holzoberfläche vor dem Auftragen sauber ist. Die Trockenzeiten variieren je nach gewähltem Versiegelungsprodukt. Generell ist die benötigte Trockenzeit im Vergleich zu der Behandlung mit Ölen jedoch deutlich geringer.

Damit das Holz wasserdicht ist, sind auch bei Versiegelungen mehrmalige Behandlungen nötig

Nachdem das Objekt ausreichend getrocknet wurde, kann es mit sehr feiner Stahlwolle gesäubert werden, was die Haftung der zweiten Schicht verbessert. Allerdings gilt: Einige Harthölzer benötigen nur einen Auftrag, Weichhölzer hingegen zwei bis drei. Wer absolut auf der sicheren Seite sein möchte ist gut beraten, unabhängig von der Holzart, mindestens zwei Schichten aufzutragen. Nachdem auch dieser Prozess abgeschlossen ist, heißt es warten. Für das beste Ergebnis wird das Holzmöbel nun mehrere Tage ausgehärtet, bevor es Verwendung findet.

Wasserabweisende Eigenschaften
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Methode 3: Holzmöbel wasserdicht machen mit Beize

In jedem Fachgeschäft oder Baumarkt gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Beizen. Idealerweise entscheidet man sich für eine Beize auf Ölbasis. Vor dem Kauf sollte man sich jedoch darüber im Klaren sein, ob das Holz im Außen- oder Innenbereich zum Einsatz kommt, da die Wahl der Beize davon abhängt:

Je heller die Beize, desto mehr Öl enthält sie und desto besser ist sie für den Innenbereich geeignet.

Ob sich das Ergebnis sehen lassen kann oder nicht, hängt wieder maßgeblich von der Vorbereitung ab. Unebenheiten und Schäden im Holz sollten zwingend vorher ausgebessert werden. Vorzugsweise wird zunächst mit dickem, grobem Schmirgelpapier geschliffen. Damit die Beize dann gleichmäßig aufgetragen werden kann und einzieht, muss anschließend noch mit feinem Schmirgelpapier, etwa mit 220er- Körnung, die Fläche gleichmäßig bearbeitet werden. Nun gilt es, die Reste und den Schleifstaub mit einem trockenen Tuch abzuwischen.

Gebeiztes Möbel zu wachsen sorgt für erfrischende Optik

Je nach Raumverhältnissen, Luftfeuchtigkeit und der Dicke der Schicht sind unterschiedliche Trockenzeiten zu beachten. Das absolute Minimum stellen jedoch vier Stunden dar. Wer auch hier auf Nummer sicher gehen möchte, wartet lieber länger. Bevor nun die zweite Schicht auf das Möbel aufgetragen wird, sollte die Oberfläche zunächst mit sehr feinem Schmirgelpapier oder Stahlwolle bearbeitet werden – und anschließend wieder mit einem trockenen Tuch gesäubert werden.

Antikwachs farblos (Bienenwachs mit Carnauba) Liming Wachs (Pigmentwachs)

Auch nach der zweiten von insgesamt drei Schichten sind die Trockenzeiten idealerweise großzügig einzuhalten. Wenn die Beize ausreichend gehärtet ist, darf sich das Holz nicht mehr klebrig anfühlen.

Bei der letzten Schicht ist exakt gleich vorzugehen, wie auch bei der zweiten. Allerdings ist es essentiell, dass das Möbel oder Werksstück mindestens drei Tage aushärtet, bis es dann wasserdicht ist und benutzt werden kann. Gebeizte Möbel zu wachsen ist sehr gut möglich, was zugleich für eine sehr schöne Optik sorgt. Auch nachdem das Holzmöbel erfolgreich wasserdicht gemacht wurde, kann die Langlebigkeit durch ein optimale Möbelpflege gesteigert werden. Das Holz pflegen mit Holzwachs ist einer dieser Maßnahmen, die den Schutz vor einem Wasserschaden zusätzlich auffrischt. Um das Möbel zu wachsen, sollten stets die Produkthinweise von dem spezifischen Wachs beachtet werden, da sich die Vorgehensweisen unterscheiden.