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Was versteht man unter „chic antik“?

Gemütlich, individuell und voller Charme: Der Einrichtungsstil „chic antik“ liegt bei Jung und Alt voll im Trend. Und das nicht ohne Grund: die Räume wirken einladend, unmittelbar nach dem Überschreiten der Türschwelle strahlen sie eine verspielte Eleganz und Wärme aus.

Shabby ist schick

Hier ein Kratzer, dort etwas abblätternder Lack und abgeschliffene Stellen an den verschnörkelten Elementen der Holzmöbel. Was vor nicht allzu langer Zeit noch ein Fall für den Restaurator gewesen wäre, gilt heute bereits als Kult. Der Einrichtungsstil „chic antik“ besticht gerade dadurch, dass nicht alles makellos ist.

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Lust am Experimentieren und Gestalten statt Gleichförmigkeit: Bei der Einrichtung kann die Kreativität hingebungsvoll ausgelebt werden. In den eigenen vier Wänden wollen wir uns wohl und geborgen fühlen und schöne Stunden abseits des hektischen Lebens genießen. Das romantische Flair des chic antik hilft dabei, zu entspannen und loszulassen. Doch was zeichnet diesen Stil aus?

Natürliche Materialien sorgen für ein angenehmes und gesundes Raumklima

Natürliche Materialien stehen im Vordergrund. Glattpoliertes Metall und Plastik wohin das Auge reicht? Fehlanzeige! Holz ist das prägende Element. Schöne, handgefertigte Holzmöbel im Landhausstil, Buffets mit historischen Facettenschliffgläsern, Korbstühle, feine Gesindetische und vieles mehr.

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Was die Objekte eint: Sie sind nicht austauschbar, sondern Einzelstücke mit Ausstrahlung.

In puncto Nachhaltigkeit gibt es keinen Einrichtungsstil, der optimaler ist, da auf bereits Bestehendes zurückgegriffen wird.

Patinierte Möbel und Accessoires, die Geschichten erzählen könnten und nicht taufrisch der seelenlosen Fabrik entstammen. Zudem sorgen diese natürlich gewachsenen Objekte für ein angenehmes Raumklima, was förderlich für die Gesundheit ist.

Zarte Farben sorgen für harmonisches und romantisches Gesamtbild

Das Wohnkonzept begeistert zudem durch eine schöne Farbgestaltung. Die antiken Möbel können zwar auch unbehandelt bleiben, was für ein angenehm rustikales Ambiente sorgt, beliebt ist jedoch auch die farbliche Fassung. Idealerweise wird beides miteinander verknüpft. Beispielsweise wird dann der Esstisch in einem zarten Farbton gestrichen oder lackiert, während hingegen die Landhaus-Stühle unbehandelt bleiben.

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Apropos Farben: Hier kommen Töne wie zartes Rosa, weiches Gelb, beige sowie weiß und cremefarben zum Tragen. Grelle Farben werden vermieden. Wenn diese doch zum Einsatz kommen sollten, dann sehr vereinzelt und lediglich als feine Akzente.

Der Stil entstand in den 1980er Jahren in Großbritannien und erlebt seither einen Höhenflug

Fans der Kostümserie Downton Abbey werden sicherlich zustimmend nicken: Wo, wenn nicht im Vereinten Königreich, hätte dieser Stil seinen Anfang nehmen sollen? Das ästhetische Vorbild sind die dortigen idyllischen Landsitze und ihr träumerisches Mobiliar. Doch weil sich Gutes stets durchsetzt, hat sich auch der Stil weiterentwickelt.

Schlafzimmer in einem antiken Apartment
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Aus den unterschiedlichen Regionen und Epochen werden schöne Objekte verwendet: Elemente aus einem Landhaus in Skandinavien, verschnörkelte antike Möbel aus einem französischen Chateau und aus der Toskana – hier kommt zusammen, was zusammenpasst.

Eine Mischung aus Erbstücken und Flohmarktkäufen: Bei der Auswahl der Accessoires sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt

Das Wohnkonzept „chic antik“ wird häufig auch als sogenannter Shabby Chic, Shabby Look, oder Landhausstil bezeichnet. Bei allen gilt: Antike Möbel sind zentral und sorgen für ein stimmungsvolles Ambiente, das Wohnkonzept als Ganzes erstrahlt jedoch erst durch die passenden Accessoires in vollem Glanz. Auch hier kann spielerisch experimentiert werden.

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Aus dem Handumdrehen wird so aus der antiken Hoftür eine Garderobe, aus der rostigen Gießkanne eine Blumenvase, oder aus dem Korb aus Weidengeflecht die perfekte Aufbewahrungsschale für die Küche. Objekte aus der Vergangenheit werden bei diesem Wohnkonzept häufig umfunktioniert und weiterverwendet, ganz nach dem Motto von Gustav Mahler: Tradition ist die Bewahrung des Feuers und nicht Anbetung der Asche.

Wie in dem Landhaus eines alten Märchens und doch so komfortabel und gemütlich

Nostalgische Drucke aus dem 18. und 19. Jahrhundert fügen sich ideal in dieses Konzept des Shabby Chic ein. Ob Paisley, Toile-de-Jouy, florale Designs, oder Ornamentik – Hauptsache, es wirkt ein wenig antik aus der Zeit gefallen – und ist doch gerade deswegen so modern. Erfreulicherweise wirken diese Arrangements nicht so, als würde man in einem Museum leben, denn sowohl die Ästhetik, als auch der praktische Nutzen befinden sich bei diesem Wohnkonzept in einem sehr guten Gleichgewicht.

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Die Möbel wissen nicht nur durch ihre antike Optik zu überzeugen, sondern sind zudem auch sehr komfortabel, wie beispielsweise Schaukelstühle aus Korbgeflecht, oder verzierte und dick aufgepolsterte Sessel und Stühle.

Auch der Mix zwischen Moderne und Antike ergibt ein stimmiges Gesamtbild

Für alle, die zwar damit liebäugeln, etwas historischen Landhauscharme in das Zuhause zu integrieren, sich jedoch noch nicht sicher genug sind, sei gesagt: Dieses Wohnkonzept betört zwar einerseits, wenn der Stil ganzheitlich umgesetzt wird, kann jedoch andererseits auch perfekt mit anderen Stilen kombiniert werden. Die Objekte sind sehr anpassungsfähig.

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Passt das historische, weißlackierte Holzmöbel aus der Zeit um 1880 in einer puristischen Wohnung? Unbedingt! In kühl gehaltenen modernen Räumlichkeiten sorgen sie sofort für Behaglichkeit und Wärme, der gewollte Stilbruch zeugt von einem feinen ästhetischen Gespür und verleiht dem Raum zudem eine sehr individuelle Note.

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Besonders schön ist die Kombination dann, wenn die einzelnen nostalgischen Elemente und Möbel hervorgehoben werden, entweder durch einen besonderen und ausgewählten Platz im Raum, oder durch eine gekonnte Beleuchtung.

Zahlreiche Beispiele erwecken den Stil zum Leben

Gerade weil sich der Stil inzwischen so großer Beliebtheit erfreut, gibt es viele Quellen, an denen man sich orientieren und inspirieren lassen kann. Ganz gleich ob es Shabby Chic, Landhausstil, oder chic antik genannt wird, der Grundgedanke ist derselbe: Antik anmutende, verspielte und verschnörkelte Objekte zu kombinieren und durch die zarten Farbtöne ein Reich zu erschaffen, in denen es sich träumen und wohlfühlen lässt.

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Dabei gibt es keine strengen Regeln, die Grenzen sind fließend. Manche bevorzugen ein rustikales Ambiente mit mehr Naturholz, andere hingegen fassen oder lackieren all ihre Objekte mit Farbe und erfüllen sich ihren Traum in Weiß, Beige oder Rosa. Wir meinen: Erlaubt ist, was gefällt.