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Möbel aus Weichholz

« Ideal im Landhaus, aber sicher keine „Bauernmöbel“ »

Antike Möbel aus Weichholz liegen im Trend. Früher galten sie in vielen gesellschaftlichen Schichten als Ersatz für die unerschwinglichen, royalen Hartholzmöbel und wurden aufwendig lasiert und bemalt. In vielfältigen Verzierungen geben Sie sich Weichholzmöbel stilvoll und eignen sich nicht nur für das Landhaus.

Weichholz Buffet Jugendstil stabile Regalböden, Schubladen alte BeschlägeJedem Trend folgt zwangsläufig eine Gegenbewegung, das gilt auch für die Vorlieben beim Einrichten.

Einerseits schreitet die IKEAisierung der Gesellschaft voran, was bedeutet, dass das 49 Euro Regal beim nächsten Umzug weggeworfen und durch ein neues, „trendigeres“ Modell ersetzt wird.

Andererseits wächst die Zahl der Menschen, die das Erhaltenswerte im Überlieferten suchen und eine starke Sehnsucht nach Kontinuität verspüren. Das äußert sich unter anderem in der Faszination für antike Möbel.

Auf Dachböden und in Speichern, bei Haushaltsauflösungen und in Sammlungen finden sich exquisit gearbeitete massive Möbelstücke aus Weichholz.

Massivholzmöbel und ihre positiven Eigenschaften

Massivholzmöbel erfreuen sich großer Beliebtheit und gelten ob ihrer stilvollen Optik als Klassiker der Innenausstattung. Ihr ursprünglicher Charme und ihre natürliche Schönheit sind dem Auge dauerhaft gefällig. Sie sind robust, langlebig und überstehen jeden Wohnungswechsel gut. Der Lebensraum wird erneuert, der liebste Schrank ist jedoch immer dabei. Massivholzmöbel sind optimal für Freunde des Beständigen.

Weichholz Sekretär im Jugendstil Schubladen Ablageflächen StauraumSie stellen einen bleibenden Wert dar und begleiten Sie über lange Zeit hinweg – Massivholzmöbel, ob aus Hart- oder Weichholz findet in vielen unterschiedlichen stilvollen Möbelstücken Verwendung. Ein restaurierter Sekretär im Jugendstil beispielsweise überzeugt nicht nur durch seinen großzügigen Stauraum, er zieht mit seiner detailreichen Verarbeitung die Blicke auf sich.

Doch nicht jeder Baum liefert das passende Rohmaterial für jeden Anwendungsbereich. Die wesentlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Holzarten und die Besonderheiten von Weichholzmöbel werden näher betrachtet.

Weich- und Hartholz im Vergleich

Im Allgemeinen wird zwischen Hartholz und Weichholz unterschieden. Die Härte hängt vom Zellaufbau und dem Wassergehalt des Materials ab. Früher wurde dies anhand der Darrdichte gemessen, was kurz gesagt die Rohdichte des Rohstoffes bei 0% Feuchtigkeit ist. Die Holzhärte nimmt mit steigender Rohdichte zu und mit zunehmender Feuchte ab.

Weichholz Anrichte im Jugendstil drei Schubladen intelligente Raumaufteilung mit Einlegeböden

Während Weichholz meist von Nadelbäumen kommt, zählen Eiche und Buche zu den harten und beständigen Hölzern. Auch die meisten tropischen Hölzer fallen in diese Kategorie und weisen eine Darrdichte von mehr als 0,55g/cm³ auf. Sie haben besonders viele Fasern, eine enge Gefäßstruktur und wachsen langsam. Weichholz hingegen hat eine Rohdichte von weniger als 0,55g/cm³ und eine höhere Feuchte.

Weichholz kommt meist von Nadelbäumen
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So weit, so gut, aber wie lässt sich das als Laie überprüfen? Es ist ganz ähnlich wie beim Biss in ein vermeintliches Goldstück, das seine echte Echtheit durch einen deutlich sichtbaren Zahnabdruck beweist. Wenn man mit dem Fingernagel eine Ritzspur in Holz machen kann, dann handelt es sich um weiches Holz.

Experten messen genauer, um ganz weiches, mittelhartes, hartes und sehr hartes Holz voneinander unterscheiden zu können.

Dafür drücken sie eine Stahlkugel in das Material, messen den Abdruck aus und ermitteln so die „Holzhärte nach Brinell“. Dauerhafte und harte Hölzer sind beständig und werden gern im Außenbereich verwendet. Dafür ist Weichholz nicht geeignet. Egal wie oft man es lackiert, es wird draußen nicht lange schön aussehen. Darum werden Terrassendielen, Bauhölzer, Zäune und Brücken, aber auch Mobiliar für den Garten grundsätzlich aus Harthölzern gefertigt.

Weichholz und seine Einsatzbereiche

Weichholzmöbel kommen hingegen gerne bei der Inneneinrichtung zum Einsatz und sind oft mit wunderschönen Schnitzereien und anderen Details verziert.

Früher war das Weichholzmöbel der Luxus des kleinen Mannes und bezog seine Wertigkeit aus der kunstvollen Nachahmung der Struktur unerschwinglicher, harter Hölzer.

Heute erlangen antike Möbel neue Wertschätzung, indem die dunkle Lasur abgelaugt wird und ihr Charme mit der natürlichen Maserung zur Geltung kommen kann. Derart bearbeitete Einrichtungsgegenstände „atmen“ regelrecht auf. Sie gliedern sich hervorragend in geschmackvolle Einrichtungen im Landhausstil ein und sind auch als Solitär gern gesehen. Antike Möbel, besonders aus der Jugendstil Epoche sind vielseitig und werten viele unterschiedliche Ausstattungskonzepte auf.

Weichholz Vertiko im Jugendstil mit Glas, Schubladen und alten BeschlägenWeichholz findet seine Bestimmung im Innenraum und wurde wird zu den schönsten Möbeln verarbeitet. Aus den hellen Hölzern der Tanne, Fichte und Kiefer oder der Linde und Pappel werden Möbel im rustikalen, traditionellen Landhausstil gefertigt.

Doch wie war es eigentlich früher?

Kunstvolle Gestaltung, die Trends folgte

Die Möbel der Reichen und Adligen wurden aus edlen und dunklen Harthölzern, und die der anderen, nun, die wurden aus preiswerterem Weichholz gemacht und mit verschiedenen Lasuren behandelt, um den Harthölzern so ähnlich wie möglich zu sehen.

Ganz egal, welchen Trend die königlichen Möbelschreiner ersannen, welche Möbel sich das Großbürgertum aus harten Hölzern wie Eiche und Nussbaum auch fertigen ließ, die breite Masse der Bauern und Landsleute stand schon bereit, es den Adligen und Reichen nachzutun und entsprechende Stücke aus dem preiswerteren Rohstoff zu fertigen.

Weichholz Schrank im Jugendstil Holzmaserung stabile FachbödenVon Barock bis Jugendstil, immer galt das Gleiche: „Da oben“ glänzte der Nussbaumschrank dunkel und satt, und „unten“ kam ein Maler oder Tapezierer und ahmte kunstfertig die besondere Maserung und Struktur nach, indem er den Schrank aus Weichholz, der sich natürlich auch in Form und Ausführung an der adligen Variante orientierte, lasierte und bemalte.

Diese besonderen Möbel entstanden immer in Nachahmung von Trends, sie setzten selbst keinen.

Hier muss einmal betont werden, dass die Kunstfertigkeit in der Herstellung und Veredelung der Weichholzmöbel der von Hartholzmöbeln häufig in nichts nachstand, was umso erstaunlicher ist, bedenkt man die eingeschränkten Möglichkeiten der Schreiner.

Der wesentliche Unterschied zwischen den Möbeln für die sehr Reichen und denen der bürgerlichen Schicht lag tatsächlich in der Härte des Materials. Insofern ist es auch nicht richtig, Weichholzmöbel als Bauernmöbel zu bezeichnen, wie sie lange Zeit verschrien waren, denn diese Möbelstücke waren durch alle Gesellschaftsschichten hindurch präsent.

Weichholzmöbel – Eleganz für verschiedene Einrichtungen

Jedem Trend folgt zwangsläufig eine Gegenbewegung, das gilt auch für die Vorlieben beim Einrichten. Während früher die dunklen Hölzer als besonders schick galten (eine Ausnahme war der Biedermeier), liegen heute die hellen und freundlichen Massivholzmöbel im Landhausstil auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben.

Weichholz Anrichte Landhausstil 4-türig Schubladen Stauraum alte Beschläge

Wer ein antikes Möbelstück aus der Gründerzeit oder dem Jugendstil ergattern kann, kann sich besonders glücklich schätzen. Das weiche Holz war prädestiniert dafür, mit Ornamenten und dekorativen Schnitzereien verziert zu werden. Diese kunstvolle Verarbeitung ist heute rar und damit etwas Besonderes. Die Möbel werden heute abgelaugt, geschliffen und gewachst oder geölt. Es gibt auch Nachbauten, die den originalen Möbeln in Schönheit an nichts nachstehen.

Natürlich eignen sich Weichholzmöbel nicht nur für den Landhausstil – ebenso können Sie moderne Wohnungen mit ihnen um besonders stilsichere Noten erweitern.