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Landhausküche einrichten

« Zwischen rustikal und edel »

Die Küche im Landhausstil ist ein trendiger Klassiker. Das verwundert wenig, ist sie doch die gelungene Verbindung aus Geborgenheit, Tradition, Funktionalität und Ästhetik. Allerdings darf sie dem eigenen Stilempfinden folgend abgewandelt werden. Eine Küche im Landhausstil ist heute nicht mehr die wuchtige und dunkle Mahagoniküche, die in den 1980ern modern war. Viel mehr bestimmen leichte Töne und die eigenen Vorlieben die Erscheinung.

Merkmale von Landhausküchen

Das Wort Landhausstil ist eigentlich selbsterklärend. Ein Landhaus stellt man sich mit Holzfenstern und Kletterpflanzen an der Hauswand vor, eingerichtet mit Möbeln aus Holz und Rattan, alten Bauernschränken, massiven Esstischen und zierlichen Sesseln. Eine Vitrine oder ein Buffet darf nicht fehlen, ebenso wenig ein Bücherschrank…. und vielleicht brennt irgendwo ein Feuer im Kamin.

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Übertragen wird das auf die Kücheneinrichtung. Die typische Landhausküche erkennt man an den Küchenfronten: die Türen und großen Schubladen bestehen aus Rahmen mit Füllungen, die Oberschränke sind teilweise verglast. Die ganze Küche strahlt ländlichen Charme aus, ohne dabei alt zu wirken. Letzteres ist besonders wichtig. Heutige Landhausküchen lehnen sich optisch zwar an Großmutters Tradition an, sind jedoch nicht dunkel und erdrückend, wie man das aus alten Zeiten kennt. Auch die Griffe und Knäufe spielen eine Rolle, sie haben traditionelle Formen und erinnern akzentuiert an das Landhaus.

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Meist sind die Fronten von Landhausküchen hell gestrichen. Häufig anzutreffen ist Weiß, doch auch Grau oder Pastelltöne wie Beige oder Graugrün kommen immer wieder vor. Eher selten sind die Fronten komplett naturfarben, eine Mischung aus geöltem oder lackiertem Holz und Farbe ist aber möglich und wird eingesetzt, um Kontraste zu erzeugen und zu zeigen, dass es sich bei der Küche um massives, natürliches Material handelt.

Die Küche im Landhausstil – Arten

Generell wird zwischen klassischer und moderner Landhausküche unterschieden. Die eine ist ein wenig verspielter als die andere. Doch innerhalb dieser groben Klassifizierung gibt es noch viele regionale Landhausküchen, die sich in der Optik nur leicht unterscheiden.

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Da ist zum Beispiel die amerikanische Landhausküche, die eher modern und glatt wirkt, vor allem für große Räume ausgelegt und deshalb oft mit einer Kücheninsel ausgestattet ist. Die englische Landhausküche ist das komplette Gegenteil: platzsparend für eine kleine Küche konzipiert, in Weiß oder Beige, mit traditionell anmutenden Armaturen und Knäufen aus Kupfer oder Porzellan. Dann gibt es die mediterranen Landhausküchen mit pastellfarbenen Fronten, die oft mit einem Natursteinfußboden kombiniert werden. Auch einige Kräutertöpfe sind meist dort zu finden. Die Liste könnte noch weitergehen.

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Jede dieser Küchen wirkt ein wenig anders, jedoch ist es sehr schwierig, die unterschiedlichen Stile genau zu identifizieren, weil sich die Merkmale überschneiden. Wichtig ist eher der eigene Geschmack, für die Küche lässt sich dann eine separate Bezeichnung finden. Landhausküchen mit viel Holz gelten beispielsweise als romantisch, weil sie Wärme und Gemütlichkeit ausstrahlen. Besteht die Arbeitsplatte dagegen aus Granit, wirkt sie modern und etwas kühler. Der Übergang von rustikal zu edel ist dabei fließend.

Blick in eine moderne Landhauskueche landhauskueche-einrichten
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Verzierte Fronten mit aufwendig geformten Messinggriffen wirken zwar rustikaler als glatte Fronten oder schlichte Griffe, kombiniert mit einer Steinarbeitsplatte oder einer polierten Holzarbeitsplatte lassen die Einrichtung aber edel wirken. Die ideale Landhausküche vereint von beidem ein wenig.

Landhausküche einrichten

Wenn Sie die Landhausküche einrichten, sollten Sie vor allem die Stilistik der unterschiedlichen Küchenmöbel im Auge behalten. Die Einbauküche bietet in der Regel ein homogenes Bild. Beim Kauf wählen sie Fronten, die Ihnen gefallen, dazu passende Tür- und Schubladengriffe sowie zuletzt eine Arbeitsplatte. Wie sie diese Elemente zusammenstellen, bleibt Ihnen überlassen. Wie oben schon beschrieben, haben Sie die Wahl zwischen ganz weißen Fronten, die Sie mit einer dunklen Arbeitsplatte oder einer naturfarbenen Massivholzarbeitsplatte kombinieren. Der Kontrast kann aber auch weniger deutlich ausfallen, denn es gibt auch weiße und graue Arbeitsplatten.

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Steht die Küchenzeile, sind die anderen Möbel an der Reihe. Die Frage ist zuallererst, ob es sich um einen offenen Raum handelt, in dem gekocht und gegessen wird oder ob sich nur ein Tresen mit einigen Barhockern darin befindet und der Essraum ausgelagert ist. Je nachdem fallen die Küchenmöbel unterschiedlich aus. Sind Koch- und Essraum vereint, ist es sinnvoll, Tische und Stühle in einem ähnlichen Design wie die Einbauküche auszuwählen. Verspielt wirkende Fronten harmonieren beispielsweise sehr gut mit einem zierlichen Esstisch mit gedrechselten Beinen und ähnlich gebauten Stühlen.

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Bei der Farbwahl sind Sie frei: die Landhausmöbel können schwarz und weiß lackiert sein, wenn Sie noch andere Naturholzelemente im Raum haben, wie die Arbeitsplatte oder den oben erwähnten einzelnen Küchenschrank, dürfen Tisch und Stühle aber auch aus derselben Holzart gefertigt sein. Sehr gut eignet sich beispielsweise Kernbuche, ein zugleich edel und rustikal wirkendes Holz mit starker Maserung. Übrigens: Das Buffet sollte in keiner Landhausküche fehlen.

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Denn dieses praktische Möbelstück aus vergangenen Zeiten macht einen großen der gemütlichen, wohnlichen Wirkung des Landhausstils aus. Für kleine Räume haben Sie auch die Möglichkeit, eine Anrichte zu wählen, die – nur halbhoch – nicht ganz so schwer und dominant wirkt.