So schaffen Sie Stauraum und einen Platz zum Wohlfühlen
Sie wünschen sich einen eigenen Platz für Kleidung, Schuhe und Accessoires? Dann brauchen Sie dafür nicht unbedingt ein großes separates Zimmer. Auch ein frei gewordenes Kinderzimmer, ein ausgebauter Dachboden oder ein abgetrennter Bereich im Schlafzimmer kann sich wunderbar als Ankleide eignen. Entscheidend ist, dass Sie den vorhandenen Raum passend zu Ihrer Garderobe planen. Mit den richtigen Ideen schaffen Sie übersichtlichen Stauraum, ausreichend Bewegungsfreiheit und einen Bereich, in dem Sie sich morgens gerne für den Tag fertig machen. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei, Ihr Ankleidezimmer Schritt für Schritt sinnvoll einzurichten.
Ankleidezimmer einrichten: erst planen, dann Möbel auswählen
Bevor Sie Schränke, Regale oder Kommoden auswählen, schauen Sie sich am besten zuerst Ihre Garderobe genauer an. Was möchten Sie im neuen Ankleidezimmer unterbringen? Wie viele Hemden, Blusen, Jacken oder Hosen hängen bei Ihnen auf Bügeln? Wie viel Kleidung falten Sie? Und brauchen Sie zusätzlich Platz für lange Kleider, Mäntel, Schuhe, Taschen oder kleinere Accessoires? Denken Sie auch an Dinge, die Sie nur saisonal benötigen, etwa Winterjacken, zusätzliche Decken oder Koffer.
Danach nehmen Sie den Raum genau unter die Lupe. Messen Sie Länge, Breite und Höhe und tragen Sie auch Türen, Fenster, Heizkörper, Dachschrägen und andere feste Elemente in Ihre Planung ein. Prüfen Sie außerdem, wie weit Türen und Schubladen in den Raum hineinragen. So erkennen Sie schnell, wo ein hoher Schrank gut funktioniert und wo ein flacheres Regal mehr Bewegungsfreiheit lässt.
Wenn Sie den Standort frei wählen können, ist ein Ankleidezimmer direkt am Schlafzimmer besonders komfortabel. Auch die Nähe zum Badezimmer kann praktisch sein, weil die Wege am Morgen kurz bleiben. Achten Sie bei einem angrenzenden Bad allerdings darauf, dass feuchte Luft gut abgeführt wird und Ihre Kleidung trocken gelagert bleibt. Haben Sie einen ausgebauten Dachboden zur Verfügung, lässt sich auch dort mit einer cleveren Aufteilung eine komfortable Ankleide gestalten.

Wie viel Platz braucht Ihr Ankleidezimmer?
Sie müssen nicht zuerst eine bestimmte Quadratmeterzahl erreichen, damit ein Ankleidezimmer funktioniert. Viel wichtiger ist, wie Sie den vorhandenen Platz aufteilen. Für Kleidung auf normalen Bügeln sollten Sie bei Schränken oder offenen Kleiderstangen häufig etwa 55 bis 60 Zentimeter Tiefe einplanen. Für gefaltete Pullover, Shirts oder Hosen reichen oft schon Regale mit ungefähr 35 bis 40 Zentimetern Tiefe.
Lassen Sie vor Schränken und Regalen außerdem genug Platz, damit Sie bequem stehen, Kleidung herausnehmen und Schubladen öffnen können. Rund 80 bis 90 Zentimeter freie Fläche sind dafür eine gute Orientierung. Möblieren Sie nur eine Wand, kommen Sie deshalb häufig schon mit ungefähr 140 bis 150 Zentimetern Raumtiefe aus. Möchten Sie Schränke oder Regale auf beiden Seiten anordnen, brauchen Sie entsprechend mehr Platz.
Planen Sie außerdem einen Spiegel ein, vor dem Sie Ihr Outfit möglichst vollständig sehen können. In einem kleinen Ankleidezimmer sparen Sie mit einem Wandspiegel oder einer verspiegelten Schranktür wertvolle Stellfläche. Haben Sie mehr Platz, kann ein freistehender Ganzkörperspiegel zusätzlich zum schönen Blickfang werden.
Stauraum passend zu Ihrer Garderobe aufteilen
Je besser die Aufteilung zu Ihrer Kleidung passt, desto leichter behalten Sie später den Überblick. Statt möglichst viele Möbel in den Raum zu stellen, überlegen Sie deshalb lieber, welche Art von Stauraum Sie tatsächlich brauchen. Blusen, Hemden, Jacken und Hosen möchten Sie vielleicht lieber auf Bügeln sehen, während Pullover, Shirts und Unterwäsche in Fächern oder Schubladen gut aufgehoben sind.
Auch Schuhe, Taschen und Accessoires brauchen ihren eigenen Platz. Schuhe lassen sich in niedrigen Regalen oder speziellen Fächern übersichtlich aufbewahren. Taschen sind auf offenen Böden schnell griffbereit, während Gürtel, Schals, Schmuck und kleinere Dinge in Schubladen weniger leicht durcheinandergeraten. Regale und eine geräumige Kommode können Ihren Kleiderschrank deshalb sinnvoll ergänzen.
Ordnen Sie Ihre Garderobe zusätzlich danach, wie häufig Sie die einzelnen Dinge benötigen. Ihre Lieblingsstücke und Alltagskleidung sollten Sie ohne Bücken oder Strecken erreichen können. Saisonale Kleidung, Koffer oder selten genutzte Textilien dürfen dagegen weiter nach oben wandern. So nutzen Sie die gesamte Raumhöhe und behalten trotzdem alles Wichtige bequem im Zugriff.

Offene Regale oder geschlossene Schränke?
Möchten Sie Ihre Kleidung morgens sofort im Blick haben, sind offene Kleiderstangen und Regale eine praktische Idee. Sie wirken oft leichter als große geschlossene Schränke und lassen sich flexibel an unterschiedliche Raumgrößen anpassen. Besonders in einem kleinen Ankleidezimmer sparen Sie außerdem den Platz, den geöffnete Schranktüren benötigen würden.
Geschlossene Schränke bringen dafür mehr optische Ruhe in den Raum und schützen Ihre Kleidung besser vor Staub und dauerhaftem Lichteinfall. Sie müssen sich aber nicht für eine der beiden Varianten entscheiden. Häufig funktioniert eine Kombination besonders gut: Kleidung, die Sie oft tragen, bleibt offen und schnell erreichbar, während empfindliche oder saisonale Stücke hinter Türen verschwinden. Für Unterwäsche, Schals, Gürtel und andere Kleinteile ergänzen Sie Schubladen.
Achten Sie außerdem darauf, Ihre Kleidung nicht zu eng zu hängen oder in hohen Stapeln übereinanderzulegen. Wenn Sie häufig getragene Stücke sofort sehen und ohne Umräumen erreichen, bleibt Ihr Ankleidezimmer im Alltag wesentlich übersichtlicher.
Ankleidezimmer in Ihrem persönlichen Stil einrichten
Wenn die praktische Aufteilung steht, können Sie Ihrem Ankleidezimmer den Stil geben, in dem Sie sich gerne aufhalten. Helle Wandfarben lassen kleine Räume oft offener und freundlicher wirken. Mögen Sie kräftigere Töne oder dunkles Holz, spricht aber nichts dagegen, auch hier Ihren persönlichen Geschmack umzusetzen.
Sie müssen dabei keineswegs alle Möbel aus einer Serie auswählen. Kombinieren Sie beispielsweise einen schlichten Kleiderständer mit einer massiven Kommode oder moderne Möbel mit einem antiken Schrank. Gerade ein charaktervolles Einzelstück kann Ihrer Ankleide Persönlichkeit geben, ohne dass Sie den gesamten Raum in demselben Stil gestalten müssen.

Entscheiden Sie sich für einen Schrank ohne integrierten Spiegel, suchen Sie am besten frühzeitig eine geeignete Wand- oder Stellfläche für einen Ganzkörperspiegel aus. Denken Sie dabei nicht nur an dessen Breite und Höhe. Sie brauchen auch etwas Abstand, damit Sie Ihr Outfit bequem vollständig betrachten können.
Bleibt nach Schränken, Regalen und ausreichender Bewegungsfläche noch Platz, können Sie Ihre Ankleide mit einem Schminktisch, einem Hocker oder einem kleinen Sessel ergänzen. Größere Polstermöbel eignen sich eher für großzügige Räume. Planen Sie deshalb zuerst die Funktionen, die Sie täglich brauchen, und ergänzen Sie anschließend die Möbel, die den Raum noch gemütlicher machen.

Kleines Ankleidezimmer einrichten: Ideen für wenig Platz
Auch wenn Sie kein separates Zimmer frei haben, können Sie sich einen eigenen Ankleidebereich schaffen. In einem größeren Schlafzimmer lässt sich beispielsweise ein Teil des Raumes abtrennen. Ein offenes Regal übernimmt dabei gleich zwei Aufgaben: Es schafft Stauraum und trennt die Ankleide vom Schlafbereich. Weitere Möglichkeiten für solche Lösungen finden Sie in unserem Magazinartikel mit Ideen und Tipps zu Raumteiler-Regalen.
Nutzen Sie bei wenig Platz außerdem unterschiedliche Möbeltiefen. Ihre Kleiderstange braucht mehr Tiefe als ein Regal für Pullover, Taschen oder Schuhe. Statt jede Wand mit tiefen Schränken zu füllen, können Sie einzelne Bereiche bewusst schmaler halten und dadurch mehr Platz zum Anziehen gewinnen.
Auch Schiebetüren und offene Kleiderstangen helfen Ihnen dabei, wertvolle Fläche zu sparen. Eine Schiebetür ragt beim Öffnen nicht in den Raum, ein Wandspiegel benötigt keine eigene Stellfläche und ein kompakter Hocker ersetzt bei Bedarf einen größeren Sessel. Gerade bei kleinen Ankleidezimmern bringen solche einfachen Ideen oft mehr als ein zusätzliches Möbelstück.

Mit der richtigen Beleuchtung sehen Farben auch richtig aus
Wenn Sie morgens verschiedene Farben und Kleidungsstücke miteinander kombinieren möchten, brauchen Sie gutes Licht. Eine einzelne Deckenlampe reicht dafür nicht in jedem Raum aus. Kombinieren Sie am besten ein gleichmäßiges Grundlicht mit zusätzlichen Lichtquellen an Schränken, Regalen oder Kleiderstangen.
Achten Sie nicht nur darauf, wie hell eine Leuchte ist. Für Ihr Ankleidezimmer ist auch wichtig, dass Farben möglichst natürlich erscheinen. Leuchtmittel mit hoher Farbwiedergabe helfen Ihnen dabei, Blau, Grün, Grau oder ähnliche Farbtöne besser voneinander zu unterscheiden. Neutralweißes Licht um etwa 4.000 Kelvin eignet sich gut für diesen Zweck. Sehr warmes Licht wirkt zwar besonders gemütlich, kann einzelne Farben aber deutlich verändern.
Auch am Spiegel lohnt sich eine sorgfältige Lichtplanung. Wenn das Licht ausschließlich von oben kommt, entstehen schnell störende Schatten im Gesicht. Seitliche oder beidseitig angeordnete Leuchten sorgen meist für eine gleichmäßigere Ausleuchtung. Zusätzliche LEDs in offenen Schrankbereichen helfen Ihnen außerdem dabei, auch Kleidung in tieferen oder dunkleren Fächern schnell zu finden.

Ankleidezimmer einrichten: nutzen Sie die Raumhöhe
Wenn auf dem Boden nicht unbegrenzt Platz vorhanden ist, schauen Sie nach oben. Schränke und Regale dürfen im Ankleidezimmer gerne bis unter die Decke reichen. In den oberen Fächern verstauen Sie Dinge, die Sie nur gelegentlich brauchen, etwa Koffer, saisonale Kleidung, zusätzliche Decken oder selten getragene Schuhe.
Ihre Alltagskleidung sollten Sie dagegen möglichst in bequemer Griffhöhe unterbringen. So müssen Sie nicht jeden Morgen nach einem Hocker greifen. Für die oberen Bereiche kann eine stabile Trittstufe trotzdem sinnvoll sein. Haben Sie bereits Schränke, können passende Aufbauten zusätzlichen Stauraum schaffen, ohne weitere Bodenfläche zu beanspruchen.
Ankleidezimmer mit Dachschräge clever einrichten
Lassen Sie sich von einer Dachschräge nicht davon abhalten, den Raum als Ankleidezimmer zu nutzen. Wenn Sie die unterschiedlichen Höhen passend verteilen, entstehen gerade dort überraschend viele Möglichkeiten. Unter dem niedrigen Teil der Schräge können Schuhe, Schubladen oder flache Regale Platz finden. Mit zunehmender Raumhöhe folgen Bereiche für gefaltete Kleidung oder kürzere Kleidungsstücke.
Lange Kleider, Mäntel und hohe Schränke stellen Sie dagegen dort auf, wo Sie ausreichend Stehhöhe haben. Nutzen Sie außerdem nicht jede kleine Nische automatisch mit einem tiefen Möbelstück. Manchmal gewinnen Sie im Alltag mehr, wenn Sie eine Ecke bewusst offenlassen und dadurch zusätzlichen Platz zum Stehen und Anziehen schaffen.
Bei besonders verwinkelten Räumen können angepasste Einbauten helfen, den Kniestock und schwer nutzbare Nischen besser auszuschöpfen. Weitere praktische Möglichkeiten für Möbel, Stauraum und schwierige Raumhöhen finden Sie in unserem Ratgeber mit Tipps und Ideen zum Einrichten eines Zimmers mit Dachschräge.
Wohnpalast Magazin